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SUMMARY:Exemplarität und Einbildungskraft 
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DESCRIPTION:<p>Call for Papers f&uuml\;r einen Themenschwerpunkt in der&nbsp\;<em>Zeitschrift f&uuml\;r Praktische Philosophie</em></p>\n<p>Schwerpunktherausgeberinnen:&nbsp\;&nbsp\;Katharina Naumann und Larissa Wallner</p>\n<p>---</p>\n<p>Im Handeln und Urteilen spielen Beispiele eine nicht unerhebliche Rolle. Dabei haben wir es stets mit einer Vermittlung zwischen Besonderem und Allgemeinen zu tun. Gleichwohl lassen sich zwei gegenl&auml\;ufige Funktionen ausmachen: W&auml\;hrend das Beispiel einerseits eine rein illustrative Funktion haben kann\, die der Veranschaulichung eines Allgemeinen dient\, kann es andererseits auch eine exemplarische Funktion haben\, insofern es ein Allgemeines zum Ausdruck bringt\, das sich (noch) nicht in einer Regel fassen l&auml\;sst. Am Exempel besteht in j&uuml\;ngerer Zeit gerade auch innerhalb der Moralphilosophie und der politischen Philosophie ein wachsendes Interesse (siehe etwa Archer/Matheson 2021\, Beran 2021\, Boehm 2022\, Cherry 2017\, Croce 2020\, Ferrara 2008\, Naumann 2020\, Vaccarezza 2020 und Zagzebski 2017). Diese Entwicklung soll im Themenschwerpunkt aufgegriffen werden\, wobei der Fokus vor allem auf der Beziehung zwischen derjenigen Person\, an der jemand sich ein Beispiel nimmt\, und derjenigen Person\, die als Exempel gilt\, liegen soll.&nbsp\;</p>\n<p>Um sich ein Beispiel nehmen zu k&ouml\;nnen\, sind bestimmte F&auml\;higkeiten erforderlich: Urteilskraft\, um etwas &ndash\; einen Charakter\, ein Verhalten\, ein Muster &ndash\; als exemplarisch zu erkennen\, wie auch die F&auml\;higkeit zur Abstraktion und Analogiebildung im Sinne der &Uuml\;bertragung eines Sachverhalts oder Verhaltens auf einen anderen Kontext. Vor allem aber ben&ouml\;tigt man\, um sich ein Beispiel zu nehmen\, Einbildungskraft. Denn diese bef&auml\;higt uns\, im Sinne der Standpunkt&uuml\;bernahme an der Stelle eines anderen zu denken (KU 05: 294 f.) und uns etwas Kontrafaktisches vorzustellen. Doch was sich jemand angesichts seiner sozialen Situiertheit vorstellen kann\, pr&auml\;gt\, wer ihm als Beispiel dienen kann\, und andersherum entscheiden politische und soziale Kontexte dar&uuml\;ber\, wer als Beispiel gelten kann. Dieser Zusammenhang zwischen Einbildungskraft und Exemplarit&auml\;t wurde in der philosophischen Debatte um Exemplarit&auml\;t jedoch wenig thematisiert. Nimmt man diesen Befund ernst\, so stellt sich die Frage\, was daraus f&uuml\;r Handeln und Urteilen folgt. Der Themenkomplex ber&uuml\;hrt somit Debatten um Hegemonie und Marginalisierung und die Frage danach\, ob diese Strukturen durch den Verweis auf Exempel verschleiert und perpetuiert werden oder ob sie das Potenzial bieten\, diese aufzubrechen.&nbsp\;</p>\n<p>Vor diesem Hintergrund freuen wir uns &uuml\;ber die Einreichung von Beitr&auml\;gen u.a. zu folgenden Fragenkomplexen:</p>\n<ul>\n<li>Welche historischen Ans&auml\;tze (beispielsweise Kant oder Arendt) lassen sich f&uuml\;r gegenw&auml\;rtige Diskurse um Exemplarit&auml\;t fruchtbar machen? Inwiefern lassen sich dort Bez&uuml\;ge zwischen Exemplarit&auml\;t und Einbildungskraft ausmachen\, an die man ankn&uuml\;pfen kann?</li>\n<li>(Wie) lassen sich Beispiel und Exempel voneinander unterscheiden? Welche Funktion(en) erf&uuml\;llen sie in Theorie und Praxis? Welchen Beitrag leisten sie zu moralischem Wissen und Verstehen?&nbsp\;</li>\n<li>Welche kognitiven Praktiken sind erforderlich\, um sich ein Beispiel zu nehmen? Welche Rolle spielt insbesondere die Einbildungskraft? Inwiefern ist diese durch soziale Kontexte gepr&auml\;gt? Spielen &Auml\;hnlichkeit und Identifikation eine Rolle dabei\, wen man sich zum Beispiel nehmen kann?&nbsp\;</li>\n<li>Welche Rolle sollten Beispiele und Exempel in unserem Urteilen und Handeln spielen &ndash\; gerade auch angesichts des Umstandes\, dass sie mitunter durch Stereotype und Vorurteile informiert sind und dazu beitragen\, diese zu perpetuieren? Inwiefern dient vor allem deren Appellcharakter dem Ausdruck und der Durchsetzung gesellschaftlicher Machtverh&auml\;ltnisse und Normvorstellungen? Liegt umgekehrt in der Wahl alternativer Vorbilder auch ein subversives Potenzial?</li>\n<li>Woran kann und woran soll man sich ein Beispiel nehmen? &bdquo\;Darf&ldquo\; man sich jede Person als Beispiel nehmen? Welche Voraussetzungen muss eine Person erf&uuml\;llen\, damit ihr Handeln beispielhaft ist\, und welche\, damit es als beispielhaft anerkannt wird? Worin liegen die Bedingungen der Sichtbarkeit eines Vorbilds?&nbsp\;&nbsp\;</li>\n</ul>\n<p>&nbsp\;---</p>\n<p>Die Einreichungsfrist f&uuml\;r die Beitr&auml\;ge ist der&nbsp\;<strong>31. Dezember 2024</strong>. Die Ver&ouml\;ffentlichung des Schwerpunkts ist f&uuml\;r Dezember 2025 geplant\, alle Beitr&auml\;ge durchlaufen den &uuml\;blichen doppelt-blinden Begutachtungsprozess. Die Einreichung erfolgt &uuml\;ber die Webseite der ZfPP\, wo Sie auch Informationen zu Umfang und Gestaltung des Manuskripts finden: <a href="https://www.praktische-philosophie.org/">https://www.praktische-philosophie.org</a></p>
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