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SUMMARY:“Sich über die Philosophie lustig machen\, heißt wahrhaft philosophieren". Die Philosophie der Religion und die Frage des Paradoxen
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LOCATION:Universität Trier\, Trier\, Germany\, 54296
DESCRIPTION:<p>Im Anschluss an den Vortrag findet am 17. und 18. April an der Theologischen Fakult&auml\;t eine Vorlesung von Prof. Dr. Stefano Bancalari zum Thema &bdquo\;Die paradoxe Erfahrung: Eine Philosophie der Religion" statt. G&auml\;ste willkommen\, Anmeldungen <strong>bis 10. April 2026</strong> an Dr. Lic. Christian R&ouml\;&szlig\;ner (roessner@uni-trier.de).</p>\n<p><strong>Abstract:</strong></p>\n<p><strong></strong>Aus der Kombination von Titel und Untertitel der Vorlesung ergeben sich sofort die drei Fra&shy\;gen\, die den roten Faden des theoretischen Verlaufs bilden werden\, dem wir folgen: a) Was ist eine paradoxe Erfahrung? b) Was ist die Religionsphilosophie? c) Was hat die erste Frage mit der zweiten zu tun? Die Gr&uuml\;nde\, weshalb tats&auml\;chlich die letzte Frage den logischen Aus&shy\;gangs&shy\;punkt der Analyse bietet\, da die drei Problemstellungen untrennbar miteinan&shy\;der verbunden sind\, werden im Verlauf der Sitzungen deutlich werden. Man kann jedoch von Anfang zwei methodologische Optionen explizit machen\, die die Art und Weise rechtfertigen\, wie dieser Verlauf konzipiert wurde.</p>\n<p>Die erste Option besteht in der &Uuml\;berzeugung\, dass die Religionsphilosophie weniger eine Dis&shy\;ziplin als vielmehr eine Frage ist\, die es noch wert ist\, gestellt zu werden &ndash\; und das versteht sich nicht von selbst. Zahlreiche Einw&auml\;nde k&ouml\;nnten &ndash\; und wurden &ndash\; gegen die Legitimit&auml\;t er&shy\;hoben\, eine Unterscheidung zwischen zwei Bereichen (Philosophie und Religion) aufrechtzu&shy\;erhalten\, deren Ursprung historisch und kontingent ist und die entweder durch andere\, schein&shy\;bar tiefere Unterschiede (zum Beispiel den ontologischen Unterschied) ersetzt oder einfach aufgehoben werden k&ouml\;nnte. Tats&auml\;chlich\, wie Scheler sehr gut erkl&auml\;rt hat (<em>Vom Ewigen im Men&shy\;schen</em>)\, ist die Aufgabe dieser Unterscheidung eine Strategie\, die zum Scheitern verurteilt ist\, da sie in Wirklichkeit darauf hinausl&auml\;uft\, die Philosophie in die Religion oder umgekehrt auf&shy\;zul&ouml\;sen und somit in beiden F&auml\;llen das eine wie das andere zu entstellen. Vielversprechender scheint es hingegen\, die Religionsphilosophie als die &bdquo\;Sorge&ldquo\; einer Distanz zu verstehen: die Distanz\, die die Beziehung (und Nicht-Gleichg&uuml\;ltigkeit) zwischen einer Lebensform (Religion) und dem Denken\, das sie befragt und sich von ihr befragen l&auml\;sst (Philosophie)\, n&auml\;hrt und frucht&shy\;bar macht\; die Distanz\, sozusagen\, zwischen zwei verflochtenen und doch unterschiedlichen Weisen\, sich der Fra&shy\;ge auszusetzen\, die man f&uuml\;r sich selbst ist. Heterogenit&auml\;t zu denken\, ist weitaus schwieriger\, als eine Synthese zu versuchen. Ein solcher Versuch f&uuml\;hrt unweigerlich dazu\, die Karte der Autoren und Texte\, die als klassisch f&uuml\;r diese &bdquo\;Disziplin&ldquo\; gelten in einer Weise neu zu zeichnen\, die von der traditionellen Darstellung deutlich abweicht.</p>\n<p>Eine zweite methodologische Option besteht darin\, das &bdquo\;Paradox&ldquo\; &ndash\; was auch im&shy\;mer es bedeu&shy\;tet und das selbstverst&auml\;ndlich pr&auml\;zise definiert werden muss &ndash\; aus einer streng ph&auml\;nomenolo&shy\;gischen Perspektive zu behandeln\, also nicht nur als logische und/oder semantische Konstruk&shy\;tion\, sondern als Ph&auml\;nomen\, das nur Sinn ergibt\, wenn es in einer konkreten Erfahrung ver&shy\;wurzelt ist. Es geht also darum\, sich zu fragen\, wie ein Paradox sich zeigt\, sich gibt oder &bdquo\;erlebt&ldquo\; wird. Kann man ein Paradox &bdquo\;sehen&ldquo\;\, &bdquo\;f&uuml\;hlen&ldquo\; oder &bdquo\;h&ouml\;ren&ldquo\;? Wir werden sehen\, wie und in welchem Ausma&szlig\; all diese zun&auml\;chst unsinnig erscheinenden M&ouml\;glichkeiten in Wirklichkeit konkret und wirksam sind.</p>\n<p>Der hier verfolgte Weg wird aus der Arbeit an sechs Paradoxien bestehen\, die nicht k&uuml\;nstlich absichtlich geschaffen wurden\, sondern die sich aus Gr&uuml\;nden\, die noch zu rekonstruieren sind\, so&shy\;zusagen der philosophischen Reflexion &uuml\;ber die Religion &bdquo\;aufgedr&auml\;ngt&ldquo\; haben:&nbsp\;</p>\n<p>1.&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\; Sich &uuml\;ber die Philosophie lustig machen\, hei&szlig\;t wahrhaft philosophieren (Pascal)\;</p>\n<p>2.&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\; Der Mensch ist von Natur b&ouml\;se (Kant)\;</p>\n<p>3.&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;<em>Fascinosum et tremendum</em>&nbsp\;(Rudolf Otto)\;</p>\n<p>4.&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\; Das (nichtige) Grund-sein einer Nichtigkeit (Heidegger)\;</p>\n<p>5.&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;<em>Felix culpa</em>&nbsp\;(Levinas)\;</p>\n<p>6.&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\;&nbsp\; Den Ruf kann man nur in der Antwort h&ouml\;ren (Levinas\, Marion).</p>\n<p>Die Analyse dieser Paradoxien erm&ouml\;glicht es\, sowohl eine Vorstellung davon zu gewinnen\, was unter &bdquo\;paradoxer Erfahrung&ldquo\; verstanden werden kann\, als auch ein m&ouml\;glicherweise fruchtbares Modell der &bdquo\;Religionsphilosophie&ldquo\;.</p>
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